DB Multiverse
DBM Universum 4: [Zen] Buu
Geschrieben von Arctika
Übersetzt von ZenBuu
Korrekturgelesen von: iron leaf
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Teil 4 :141516171819
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Kapitel 19
Übersetzt von ZenBuu
„Schneller! Verlass dich nicht auf deine Augen, versuch meine Bewegungen zu spüren!“
„Argh!“
Thorn brach keuchend zusammen, völlig erschöpft von seinem Meister, der seinen jungen Schüler nicht schonte.
„Du machst Fortschritte, das ist gut. Aber wenn du bei diesem Tempo nicht mit mir mithalten kannst, wirst du nicht einmal in der Lage sein, einen größeren Kampf zu beobachten, geschweige denn daran teilzunehmen.“
Buu lächelte, während er seinen Schüler belehrte. Für einen Intellektuellen, der gerade erst das Erwachsenenalter erreicht hatte, war Thorn bemerkenswert gut darin, den Ratschlägen des Dschinns zu folgen, und beherrschte sein Ki inzwischen recht ordentlich. Innerhalb weniger Monate konnte er fliegen und mehrere Kikohas erzeugen.
„Okay, machen wir eine Pause“, sagte Buu und legte Thorn die Hand auf die Schulter. „Ich verhungere! Mal sehen, was heute gekocht wird.“
Sechs Monate waren vergangen, seit Buu auf dieser Welt namens Icarion angekommen war. Die Einheimischen wie auch die Reisenden begegneten dem Dschinn zunächst mit Angst und Misstrauen, da sie ihn eindeutig wiedererkannten. Tatsächlich waren seine Taten aus dem vergangenen Jahr in den verschiedenen Sternensystemen, die er besucht hatte, nicht unbemerkt geblieben. Und das Gerücht, der Zauberer Babidi habe beschlossen, die schreckliche Schöpfung seines Vaters freizulassen, bestätigte sich endgültig, als man Buu entdeckte.
Doch er war nicht der grausame Zerstörer aus alten Legenden, der nur den Wunsch verspürte zu töten. Buu verhielt sich wie ein vollkommener Gentleman und erhob nur ein einziges Mal die Hand: Ein Weltraum-Pirat wollte die Bibliothek von Icarion plündern, doch Buu hielt ihn auf und schmetterte ihn mit einem einzigen Tritt zu Boden. Von diesem Moment an wurde der Dschinn wohlwollend betrachtet. Man sah ihn häufig zusammen mit Thorn am Himmel über der Stadt trainieren, und dieses tägliche Schauspiel wirkte beruhigend auf die Bewohner.
Während dieser sechs Monate verbrachte Buu den Großteil seiner Zeit in den unzähligen Werken der monumentalen Bibliothek dieses Planeten. Unterstützt von seinem Schüler und den Gelehrten, die bereit waren, ihm selbst die unverständlichsten Wissensgebiete zu erklären, häufte der Dschinn eine gewaltige Menge an Informationen in seinem Geist an. Er war erstaunt über seine Fähigkeit, sich jedes noch so kleine Detail mühelos einzuprägen. Sobald er etwas gelernt hatte, war es unauslöschlich in seinem Gedächtnis verankert. Das Bild, das er von seinem Geist hatte – ein gigantischer runder Turm voller leerer Bücherregale – füllte sich nun mit einem Reichtum an Wissen, den er niemals vergessen konnte.
Um seine Nachforschungen zu beschleunigen, übte Buu sich darin, sich in mehrere Teile aufzuspalten. Im Kampf handelten diese Fragmente instinktiv und vollkommen synchron. Geistige Arbeit hingegen erforderte absolute Konzentration. So lernte Buu innerhalb von sechs Monaten, ein Dutzend schwebender Köpfe zu kontrollieren, die neben ihm Bücher durchblätterten. Allerdings verlor er die Kontrolle über diese Technik, sobald eine gewisse Entfernung überschritten wurde. Verließ er die Stadt, verschwanden die Köpfe von selbst.
Mit seinem anderen Vorsatz im Hinterkopf widmete Buu seine Nächte einem intensiven Training. Grundübungen, mentale Abwehr, Ausweichmanöver, Geschwindigkeit – Buu scheute keinen Aufwand. Er wollte unbesiegbar und unverwundbar werden. Nach seinem Sieg auf der Erde war er überheblich geworden und hatte geglaubt, bereits der perfekte Kämpfer zu sein. Doch als er beschloss, in jeder Hinsicht zum vollkommenen Wesen zu werden, hatte er ein wichtiges Detail vergessen: Vollkommenheit würde er niemals erreichen, und das galt auch für den Kampf.
Während seiner Forschungen gab Buu sich selbst ein feierliches Versprechen: Er würde niemals die Zeit manipulieren. Sein Albtraum hatte ihm klargemacht, dass es keinen Sinn hatte, sich damit zu beschäftigen. Magie allein war bereits eine gewaltige Herausforderung, und er wollte keine Zeit damit verschwenden, eine Technologie verstehen zu wollen, die nur Bulmas brillanter Verstand hätte entwickeln können. Außerdem betrachtete er es als Zeichen des Respekts gegenüber seiner eigenen Geschichte und all den Lebewesen, die seinen Weg gekreuzt hatten. Für ihn waren die von ihm absorbierten Wesen endgültig tot, und er würde unter keinen Umständen versuchen, sie wiederzusehen. Sie gehörten ihm. Sie waren seine Juwelen. Jedes Individuum, das er sich angeeignet hatte, war ein weiteres Werkzeug auf seinem Weg zur Perfektion und Größe. Es gab keinen Grund für sie zurückzukehren, denn sie existierten noch immer.
In ihm.
Bei all diesen Aufgaben beschloss Buu, seine Erkundung des Universums vorerst ruhen zu lassen. Er hatte so viel in seine Forschungen zu investieren, dass er sich nicht länger dem Aufteilen und Beherrschen seines geteilten Körpers widmen konnte. Schließlich hatte er die Entscheidung getroffen, sich vor allen Gefahren zu schützen – insbesondere vor Magie.
Sein Training und seine Angst führten dazu, dass er seine magischen Kräfte und Fähigkeiten weiterentwickelte, und er war überrascht, wie viel er mit etwas harter Arbeit erreichen konnte. Geleitet von den in ihm enthaltenen Wesen und den Büchern der Bibliothek war Buu in der Lage, verschiedenste Objekte und Lebewesen in alles Mögliche zu verwandeln; er konnte einsturzgefährdete Gebäude reparieren, Risse schließen, Naturkatastrophen besänftigen, Gedanken übertragen, die Erinnerungen anderer verändern – und vieles mehr.
Buu war noch immer berauscht von dieser Welle neuer Fähigkeiten und hatte Mühe, überhaupt aufzuzählen, was er alles tun konnte. Dennoch war er frustriert, weil er noch immer nicht verstand, was Magie eigentlich war und wie sie funktionierte. Zu wissen, wie man etwas anwendet, bedeutete noch lange nicht, es zu beherrschen.
Und wahre Beherrschung würde erst durch Verständnis kommen.

So fühlte sich Buu nach sechs Monaten auf dieser Welt vollkommen wohl. Obwohl er erst an der Oberfläche des Wissens dieser Welt gekratzt hatte, blickte er voller Zuversicht in die Zukunft. Ganz gleich, welche Überraschungen oder unvorhergesehenen Ereignisse auf ihn warteten, er würde bereit sein, sich ihnen zu stellen und jede Bedrohung zu zerschmettern.
Er würde ewig sein.
Unverwundbar.
Mit diesen Gedanken saß er nun ganz entspannt mit Thorn an einem runden Tisch in der Kantine der Stadt der Weisen. So besessen von diesen Ideen und seinen Zielen war er, dass er kaum mitbekam, was sein Schüler ihm erzählte.
„...wirklich schwer, mit Euch mitzuhalten, Meister. Dieses Training ist unglaublich hart, Ihr seid so schnell! Aber ich könnte mir keinen besseren Lehrer wünschen... Ich bin Euch wirklich dankbar, Meister! Meister?“
Überrascht riss Buu sich plötzlich aus seinen Gedanken.
„Entschuldige, Thorn, ich war mit meinen Gedanken woanders“, sagte er. „Du machst tatsächlich große Fortschritte. Es liegt noch ein weiter Weg vor dir, aber bald solltest du in der Lage sein, deinen Planeten vor Gegnern zu beschützen, die man... sagen wir... auf universeller Ebene als relativ stark bezeichnen würde.“
„Danke, Meister!“, jubelte Thorn. „Ach, wenn Ihr nur wüsstet... Für mein Volk nützlich sein zu können und Monster zu bekämpfen, um sie zu beschützen... das war immer mein größter Wunsch. Dank Euch ist er wahr geworden!“
Thorn beendete begeistert sein Essen und bemerkte, dass Buu plötzlich vollkommen regungslos und schweigsam geworden war.
Der Dschinn wirkte, als hätte ihn der Blitz getroffen.
„Meister? Was ist los?“, fragte er besorgt.
„Aber natürlich... Wünsche...“, murmelte Buu mit einem schelmischen Funkeln in den Augen.
Seit seinem ersten Aufbruch von der Erde hatte er diesem Detail kaum noch Beachtung geschenkt. Er war zu seiner Reise durch das Universum aufgebrochen und hatte sich so viele unglaubliche Ziele gesetzt, dass es ihm belanglos erschienen war. Selbst als er zwölf Monate später zur Erde zurückkehrte, hatte er keinen weiteren Gedanken daran verschwendet.
Dabei hatte er sogar eine dieser Kugeln selbst in den Händen gehalten, ohne sich des außergewöhnlichen Potenzials bewusst zu sein, welches sich ihm bot.
Die Dragon Balls.
Diese namekianische Magie war in der Lage, jeden Wunsch zu erfüllen – innerhalb der Grenzen der Macht ihres Erschaffers.
Jene Kugeln, die das Abenteuer der Erdbewohner ins Rollen gebracht hatten.
Die sie dazu geführt hatten, außergewöhnlich stark zu werden.
Die sie schließlich zu ihm geführt hatten.
Er musste diese Magie unbedingt verstehen.
Dank ihr würde er die wahre Natur dieser mystischen Kunst begreifen.
Diese Gelegenheit durfte er sich nicht entgehen lassen.
Und außerdem...
Kugeln, die einen Drachen beschwören, der Wünsche erfüllt...
Gab es etwas Verrückteres und Faszinierenderes?
Buu sprang abrupt auf, ließ den Tisch erzittern und spritzte Essen über die Teller der anderen Gäste.
Obwohl Thorn mittlerweile an die Angewohnheit seines Meisters gewöhnt war, bei bestimmten Gedanken plötzlich so zu reagieren, machte er sich dennoch Sorgen.
„Was ist denn jetzt schon wieder los, Meister?“, fragte er.
„Ich glaube, ich werde für ein paar Tage verschwinden müssen“, antwortete der Dschinn mit einem breiten Grinsen. „Keine Sorge, ich komme zurück. Wenn ich recht habe, wirst du mich sogar die ganze Zeit sehen können, obwohl ich gar nicht wirklich hier bin! Während ich weg bin, setzt du dein Training fort!“
Mit diesen rätselhaften Worten verschwand Buu plötzlich.
Verwirrt starrte Thorn auf den nun leeren Platz seines Meisters.
Was sollte das denn bedeuten?

Im nächsten Augenblick erschien Buu auf der neuen Welt der Namekianer.
Mithilfe von Son Gokus Erinnerungen, der einst Dende abgeholt hatte, und dank der Macht des Kibitoshin konnte er die Spur dieser friedlichen Welt problemlos verfolgen. Damals hatte Son Goku die Hilfe von Meister Kaio benötigt, um die Namekianer aufzuspüren.
Buu gratulierte sich selbst zu dieser äußerst praktischen Fähigkeit, mit der er überallhin gelangen konnte, solange er den Standort einer Welt kannte.
Als er an Meister Kaio dachte, überkam ihn ein Anflug von Nostalgie. Sicher wanderte dieser gerade irgendwo durch das Jenseits und meditierte.
Eines Tages würde er ihn besuchen.
Buu sah sich um und lächelte beim Anblick der vertrauten Landschaft.
Er hatte sich in der Nähe des Dorfes von Moori, dem Oberältesten der Namekianer, teleportiert.
Er wollte keine Zeit damit verschwenden, die Dragon Balls erst zusammensuchen zu müssen. Schließlich stammte diese Magie ursprünglich von diesen Leuten, und er konnte sich nicht vorstellen, zur Erde zurückzukehren, nur um Porungas blassen Gegenpart zu beschwören.
Die Erdlinge konnten ihre Dragon Balls behalten.
Sie stellten ohnehin keine Bedrohung für ihn dar.
Ganz abgesehen davon befand sich vermutlich eine der Kugeln irgendwo am anderen Ende des Universums.
Während er voranschritt, dachte Buu über seine drei Ziele nach, die den drei Wünschen des Drachen entsprachen:
Magie verstehen.
Die wahre Natur der Dragon Balls bestimmen.
Und lernen, wie er sich in mehrere unabhängige, aber dennoch miteinander verbundene Teile aufspalten konnte – selbst über enorme Entfernungen hinweg.
Er wusste, dass er Letzteres irgendwann durch Übung erreichen würde.
Doch wenn ein einziger Wunsch diese Probleme sofort lösen konnte, wäre er in der Lage, das gesamte Universum innerhalb weniger Monate abzudecken!
Er betrat das Dorf und zog sofort die Aufmerksamkeit der Bewohner auf sich, die ihren alltäglichen Tätigkeiten nachgingen.
Die Namekianer erschraken bei seinem Anblick, flohen jedoch nicht.
Buu erreichte das Zentrum des Dorfes und traf schon bald auf Moori.
Beide wurden von den Namekianern beobachtet, die einen Kreis um sie gebildet hatten.
„Hehe, sieht so aus, als würde ich ihnen keine Angst machen. Was für eine angenehme Überraschung“, sagte Buu erfreut. „Ich nehme an, ihr wisst, wer ich bin?“
„Natürlich“, antwortete Moori mit gerunzelter Stirn. „Wir kennen dich, Buu. Dende hat uns kontaktiert und erklärt, was auf der Erde geschehen ist und was mit dir passiert ist. Wir spüren keine Feindseligkeit von dir. Ich glaube nicht, dass du hier bist, um uns zu jagen. Was möchtest du?“
„Hin!“, freute sich der Dschinn und verschränkte die Arme. „Stimmt, ich habe nicht vor, euch etwas anzutun. Das würde dem Gott der Erde überhaupt nicht gefallen. Aber das hängt ganz von euch ab. Ich möchte die Dragon Balls versammeln und Polunga beschwören.“
„Was?“ fragte der Älteste der Namekianer. „Ich hätte erwartet, dass du mich um Rat bittest, aber ganz sicher nicht darum. Deine Kräfte übersteigen bei Weitem das, wozu Polunga, der Gott der Träume, fähig ist! Warum suchst du die Dragon Balls?“
„Ich habe nicht vor, mir etwas Langweiliges wie Unsterblichkeit zu wünschen“, erwiderte Buu lächelnd. „Worum ich bitten möchte, geht euch eigentlich nichts an. Aber um euch zu beruhigen, will ich es erklären: Ich möchte verstehen, wie die Dragon Balls funktionieren. Was der Drache ist und wie er Wünsche erfüllt. Es ist ein Geheimnis, das ich vollständig entschlüsseln will.“
Die Namekianer begannen untereinander zu tuscheln, während der Älteste Buu aufmerksam musterte und seine Worte abwog. Tatsächlich spürte er keine negativen Gedanken im Dschinn, noch weniger irgendein Anzeichen von Bedrohung. Buu stellte sich ihnen demütig vor und hegte keinerlei teuflische Absichten.
„...Wir wissen, was du auf deinen Reisen getan hast, Buu“, sagte er schließlich. „Du hast viele Leute getötet und viele Unschuldige absorbiert. Dennoch bist du kein rein bösartiges Wesen. Deine Taten haben bewiesen, dass du zu Güte und Mut fähig bist. Die Wiederbelebung der Erdlinge und der Schutz von Dende und den anderen sind der Beweis deines guten Willens.“
„Ich danke euch, Oberältester“, sagte Buu und verbeugte sich. „Also, werdet ihr mir die Dragon Balls geben?“
„So einfach kann ich sie dir nicht überlassen“, erwiderte Moori mit einem leichten Lächeln. „Wir werden sie dir geben, wenn du die Prüfungen bestehst, die die Dorfältesten dir auferlegen. Ich erlaube dir, daran teilzunehmen. Es liegt an ihnen zu beurteilen, ob du würdig bist, sie zu erhalten.“
„Ich glaube, davon habe ich schon einmal gehört“, erinnerte sich Buu anhand von Son Gohans Erinnerungen. „Jeder von ihnen muss die Weisheit und Stärke desjenigen beurteilen, der vor ihm steht, und über die Berechtigung seiner Wünsche entscheiden. Wer als würdig und ehrenhaft angesehen wird, erhält das Recht, die Dragon Balls zu bekommen. Ist das richtig?“
„Ganz genau. Wenn du sie haben willst, musst du dich beweisen. Wir besitzen eine in diesem Dorf. Aber ich schlage vor, du beginnst woanders. So kann ich mir selbst ein Bild von deinem Charakter machen. Du solltest es bereits wissen, aber ich erinnere dich trotzdem daran: Jegliche Form von Gewalt wird nicht geduldet. Handelst du unüberlegt, werden die Dragon Balls für dich dauerhaft unerreichbar sein.“
Innerlich musste Buu schmunzeln. Sie konnten ihn nicht aufhalten. Wenn er seine Wünsche durchsetzen wollte, könnte er das auch ohne ihre Erlaubnis tun. Dank Piccolo sprach er mühelos Namekianisch Doch er war von einem friedlichen Willen geleitet und wollte die Dragon Balls auf ehrliche Weise erhalten. Außerdem gefiel ihm die Vorstellung, diese Prüfungen zu bestehen. Wer weiß? Vielleicht würde er dabei sogar etwas über sich selbst lernen.
„Verstanden, Oberältester“, sagte Buu. „Ich, Buu, trete heute vor euch, um eure Herausforderungen zu meistern und die Dragon Balls zu erhalten!“

Eine Stunde später hatte Buu bereits zwei namekianische Dörfer besucht und ihre Prüfungen erfolgreich bestanden.
Die Namekianer aller Dörfer, die einen Dragon Ball besaßen, waren durch Telepathie vor Buus Ankunft gewarnt worden. Keiner von ihnen verweigerte dem Dschinn den Zutritt, da Moori, ihr großer Anführer, seine Teilnahme genehmigt hatte. Wenn er damit einverstanden war, gab es keinen Grund für Feindseligkeit.
Inspiriert von uralten Traditionen, die ihre Kultur über das vergangene Jahrtausend hinweg bewahrt hatte, jedoch deren eigentliche Bedeutung längst in Vergessenheit geraten war, verlangten die Namekianer von jedem Anwärter den Nachweis von Selbstbeherrschung, Demut und aufrichtigen Absichten. Es ging nicht darum, jede Prüfung zu gewinnen, sondern die Tugenden zu zeigen, die von den namekianischen Anführern geschätzt wurden.
Die erste Prüfung drehte sich um den Anbau von Nutzpflanzen und die Bedeutung, das Land zu achten, das allen Lebewesen eine Heimat bietet, unabhängig davon, auf welcher Welt sie leben. Dank seiner Erfahrungen auf der Erde und auf der Sandwelt nutzte Buu sein Wissen, um dem Dorf Ratschläge für den Ackerbau und die Schaffung fruchtbarer Böden zu geben. Da er mit der Lebensweise der Namekianer vertraut war, schlug er keine technischen Lösungen vor, sondern bewies durch seine Erfahrungen und Worte Weisheit. Der Dorfälteste war von dieser Höflichkeit begeistert und überreichte Buu den Dragon Ball mit drei Sternen.
Im zweiten Dorf musste Buu eine Reihe von Rätseln lösen, die in Form von Lebensweisheiten vorgetragen wurden und für die meisten Leute keinen Sinn ergeben hätten. Doch Buu, der vom weisen Rat Muten Roshis und Dendes profitiert hatte und viele kluge Geister in sich trug, verstand die philosophischen Gedanken hinter den Fragen und konnte seine eigenen Taten im Laufe seines Lebens überzeugend verteidigen.
Beeindruckt von den rhetorischen Fähigkeiten des Dschinns beendete der Dorfälteste die Prüfung mit einem musikalischen Duett. Als großer Musikliebhaber wollte er hören, was Buu während seiner Odyssee gelernt hatte. Nachdem er das ungewöhnliche Instrument der Namekianer gehört hatte, wusste der Dschinn sofort, welches Instrument er wählen musste, um den Grünhäutigen zu begleiten, und sang ein Ständchen, das die Herzen aller Dorfbewohner berührte.
Zufrieden überreichte ihm der Älteste den Dragon Ball mit sechs Sternen. Voller Freude machte sich Buu auf den Weg zum nächsten Dorf und freute sich bereits auf die nächste Prüfung.
Bisher waren die Aufgaben überraschend angenehm gewesen und spiegelten die große Weisheit und Friedfertigkeit des namekianischen Volkes wider. Es handelte sich nicht um unüberwindbare Herausforderungen, die er mit Mühe hätte bestehen müssen, um seinen Preis zu gewinnen. Eigentlich wollte er die Prüfungen nicht einmal unbedingt gewinnen!
Er musste lediglich ehrlich und natürlich antworten, Demut zeigen und die Anerkennung jener Anführer gewinnen, die ihn für würdig hielten, den Schatz ihres Volkes zu erhalten. Buu genoss diese friedliche Abwechslung ohne Gewalt und ohne Gefahr.
Er hatte bereits zwei Dragon Balls erhalten, die er mittels Telekinese neben sich schweben ließ. Er zweifelte nicht daran, auch die übrigen ohne große Schwierigkeiten zu gewinnen.

Der Dorfälteste des dritten Dorfes begrüßte Buu freundlich, und der Dschinn wurde schnell von namekianischen Kindern umringt, die voller Überraschung über diesen Neuankömmling waren. Um ihre Reaktion zu prüfen, hatte der Dorfälteste die jungen Namekianer gebeten, Buu einen unschuldigen und übermäßig fröhlichen Empfang zu bereiten. Er wusste, dass der Dschinn gefährlich war, doch Moori hatte allen Dörfern versichert, dass Buu sich den Prüfungen stellen würde und versprochen hatte, keinem Wutanfall nachzugeben. Das Ziel war, Buus Herz zu ergründen und herauszufinden, ob ihn eine solche Unschuld berühren konnte. Da man von seinen Reisen durch das Universum gehört hatte, wusste man, dass er zu Empathie fähig war, und deshalb wollte man die Veränderung seiner bösen Natur mit eigenen Augen sehen.
Die Namekianer und der Dorfälteste des dritten Dorfes wurden nicht enttäuscht. Buu ließ sich von dieser unerwarteten Annäherung nicht im Geringsten aus der Ruhe bringen und begegnete den Kindern sogar mit einem noch fröhlicheren Lächeln als ihrem eigenen. Er setzte sich mitten in die Gruppe, erklärte ihnen, warum er hier war, und beantwortete jede ihrer Fragen. In dem Dschinn steckte keinerlei Feindseligkeit, nur aufrichtige Freude. Der namekianische Anführer erforschte Buus Geist, der ihm seine Gedanken offenlegte, und spürte einen unbekannten Einfluss, der die Handlungen und Absichten des Dschinn leitete. Waren diese berühmten Wesen tatsächlich in dieser uralten Kreatur eingeschlossen? War Buu aus eigener Kraft zu Empathie fähig oder nur durch die Gefühle der gütigen Seelen, die in ihm versiegelt waren?
Der Dorfälteste verwarf seine Zweifel rasch und ließ den Dschinn zur dritten Prüfung antreten. Er bat Buu, sich an einen See zu stellen, und platzierte eine kleine, zerbrechliche Figur auf einem fragilen Floß. Für diese Prüfung musste Buu das Floß mit einer Methode seiner Wahl über den See befördern, ohne dabei weder das Boot noch die Figur zu beschädigen. Er kannte Buus außergewöhnliche Kraft und wollte sehen, ob er sich beherrschen und Fingerspitzengefühl beweisen konnte.
Buu lächelte und schloss die Augen. Er ergab sich einer Ruhe, die von seinen Gedanken nicht gestört wurde. Er erinnerte sich an alles, was für ihn Mitgefühl und Gelassenheit bedeutete, und stieß einen sanften Seufzer aus, dessen Hauch das Segel des Floßes streifte. Obwohl dieser Atemzug schwach und kraftlos war, hielt er lange an. Lange genug, um das zerbrechliche Gefährt bis an sein Ziel zu begleiten. Die Figur schwankte ein wenig, fiel jedoch nicht um und zeigte nicht den kleinsten Riss.
Zufrieden überreichte ihm der Dorfälteste voller Freude den Dragon Ball mit fünf Sternen. Leichten Herzens machte sich Buu auf den Weg zum vierten Dorf. Während er lautlos durch die Luft flog, konnte der Dschinn ein Gefühl tiefer Zufriedenheit nicht unterdrücken: Er hatte einen guten Schüler, unschuldig und voller Begeisterung. Er wusste, was er wollte, und die Zukunft versprach Großes. Die Namekianer erkannten seine Qualitäten und seine Weisheit an und bestätigten, dass er es verdiente zu existieren.
Er hatte das Recht zu leben wie jeder andere auch, und er war kein Monster! Wenn er in den Augen der weisesten und friedlichsten Wesen der Galaxie keines war... dann bedeutete das, dass er endlich die Anerkennung erhielt, nach der er sich so sehr gesehnt hatte.
Was sollte jetzt noch schiefgehen?
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