DB Multiverse
DBM Universum 4: [Zen] Buu
Geschrieben von Arctika
Übersetzt von ZenBuu
Korrekturgelesen von: iron leaf
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Teil 3 :7891011
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Kapitel 11
Übersetzt von ZenBuu
Alle hatten das Gebäude betreten und sich im Innenhof der Capsule Corporation versammelt. An einem großen Tisch, der von Dr. Briefs robotischen Dienern vorbereitet worden war, erzählte Buu den anderen von seiner intergalaktischen Reise. Niemand wollte neben ihm sitzen, doch das störte ihn nicht. Er freute sich, mit Leuten zu sprechen, die keine Fremden waren und die er schätzte. Zwar waren noch immer alle misstrauisch und fürchteten seine Gegenwart, doch in der vergangenen Stunde hatten sie in seiner Stimme und seinem Wesen irgendwie die naive Freude von Son Goku und den anderen wiedererkannt. Er wirkte wie jemand, der zum ersten Mal seinen Heimatplaneten verlassen hatte.
Niemand drängte weiter auf den Wunsch, jene zu befreien, die in Buu's Körper gefangen waren. Sie wussten, dass jetzt nicht der richtige Moment war, um zu versuchen, den Dschinn umzustimmen, das würde ihn nur verärgern und sie seinem Zorn aussetzen. In Kenntnis der gefräßigen Seite der Saiyajins und in der Annahme, Buu habe diesen unstillbaren Hunger geerbt, übernahm Chichi den Platz der Capsule Corp Roboter und bereitete ein Mahl von außergewöhnlicher Qualität und Menge zu. Son Goku, Son Gohan und Son Goten hatten ihr Essen schon immer geliebt, und wenn sie irgendwo in Buu existierten, würde ihn das vielleicht beeinflussen.
Nachdem er alles gierig verschlungen hatte, leckte Buu die Essensreste von seinen Fingern und sagte in fröhlichem, zufriedenen Ton zu Chichi:
— „Es war köstlich, danke, Chichi. Ich habe auf anderen Planeten viele Gerichte probiert, aber nichts kommt an deine Kochkunst heran. Bei dir würde ich immer essen!“
— „Äh, danke...“, erwiderte die Erdenfrau unsicher.
Dieser Buu erinnerte sie tatsächlich an ihren Ehemann und ihre Kinder – durch gewisse Charakterzüge. Sie fühlte sich in seiner Gegenwart wohler. Zwar fürchtete sie ihn noch immer zutiefst und verabscheute ihn dafür, dass er ihre Familie gefangen hielt, doch sie konnte ihn nicht hassen. Schließlich hatte er sie wiederbelebt und ihnen am Ende dauerhaften Frieden geschenkt. Zwischen Saiyajin, Cell und Babidi war Son Goku stets in tödliche Kämpfe verwickelt gewesen – und hatte auch seine Kinder hineingezogen. Durch sie war Buu schließlich zugänglich und freundlich geworden. Er war nicht mehr das groteske Wesen, das sie einst in ein Ei verwandelt hatte. Er war ein neuer Buu, verschmolzen mit Son Goku und all den anderen – ein gütiger, fürsorglicher Buu, wenn auch im Innersten bedrohlich.
Buu seufzte zufrieden, während Videl, Yamchu und Krillin ihn aufmerksam beobachteten. Die drei blieben äußerst misstrauisch. Buu sah sie mit einer Mischung aus Freude und Bitterkeit an. Es gefiel ihm, sie angespannt und nervös zu sehen – doch zugleich wollte er ihre Anspannung lösen und ihre Gefühle besänftigen. Ihre Zweifel waren auch seine eigenen. Wenn sie ihrem Misstrauen nachgaben, konnte auch er selbst jeden Moment wieder zu einem Monster werden. Und er wollte ihnen das Gegenteil beweisen.
Er ließ eine Gitarre in seiner Hand erscheinen und sagte:
— „Während meiner Odyssee habe ich gelernt, dieses Instrument zu spielen. Ich habe ein öffentliches Konzert gegeben, und seitdem habe ich mehrere Musiker absorbiert, die mir geholfen haben, besser zu werden. Ich würde euch gerne etwas vorspielen.“
Mit einem gefühlvollen Gesang stürzte sich Buu kopfüber in den Ausdruck seiner Emotionen und seines gebrochenen Herzens. Er wollte die Anwesenden beeindrucken, ihnen all die Wunder zeigen, die sie nicht kannten, und seine Menschlichkeit so gut wie möglich offenbaren – jene Menschlichkeit, die er beinahe verloren hatte und doch so sehr liebte.
Langsam aber sicher entspannten sich die Erdlinge bei der Musik, gefesselt von dem Talent, das Buu auf seiner Reise entwickelt hatte. Sie hätten nie gedacht, dass ein einstiger Todfeind wie er – besessen von Kampf und Gewalt – sich so sehr verändern könnte. Es war undenkbar, sich Freezer oder Cell mit einer Gitarre vorzustellen. Und doch bewies Buu nicht nur das Gegenteil – er schien selbst tief von der Melodie berührt zu sein. Und auch sie, trotz all ihres Misstrauens und ihrer Frustration, spürten diese Melancholie in seinen Tönen. Der Hass, den sie für ihn empfanden, vermischte sich nun mit einem Hauch von Mitgefühl. Vielleicht war es wahr... vielleicht konnte man ihm vertrauen – oder er war zumindest weniger gefährlich.
Buu beendete seine Melodie mit einem herzzerreißenden letzten Ton. Niemand applaudierte. Die Bewohner der Erde waren unruhig und unsicher, wie sie reagieren sollten. Doch Buu nahm es ihnen nicht übel. Er wusste, dass es schwer – vielleicht sogar unmöglich – war, ihr Vertrauen zu gewinnen. Tief in seinem Innersten loderte noch immer dieser Funke des Wahnsinns, der ihn in den vergangenen Wochen dazu gebracht hatte, moralische und emotionale Grenzen hinwegzufegen und die Erde zu verwüsten. Doch es waren nicht mehr die Gefühle von Son Goku und den anderen, die ihn aufhielten. Es waren seine eigenen.
Die anderen sagten kein Wort und mieden seinen Blick. Buu seufzte traurig und stand auf – was bei den Anwesenden einen nervösen Ruck auslöste.
— „Ich plane, eine Weile auf der Erde zu bleiben“, sagte er mit sanfter, aber fester Stimme. „Ich... ich muss nachdenken. Keine Sorge, ich werde in der Zwischenzeit versuchen, keine Städte in die Luft zu jagen. Danke jedenfalls für das Essen.“
Als er sich entfernte, lief Chichi ihm zu – sehr zum Erstaunen der anderen – und ergriff seine Hand. Buu drehte sich verwirrt zu ihr um.
— „Hör zu, Maj... Buu“, korrigierte sie sich, als sie den Zorn in seinen Augen aufblitzen sah. „Ich hasse dich für das, was du getan hast, und ich werde niemals aufgeben, meinen Mann und meine Kinder wiedersehen zu wollen. Aber... sie sind dort drin, irgendwo, das spüre ich. Und wenn es dir beim Nachdenken hilft, komm in mein Haus. Ich fühle mich so einsam. Vielleicht kann ich durch dich ein wenig von meiner Sehnsucht lindern...“
— „Bist du verrückt, Chichi?!“, rief Yamchu und sprang auf. „Wie kannst du ihn in dein Haus einladen? Sag mir nicht, dass du ihm verzeihen willst! Hast du an Son Goku gedacht? An Son Gohan, Son Goten – was würden sie davon halten? Und wir?“
Krillin trat ihm hart gegen das Bein, sodass er vor Schmerz aufschrie. Yamchu warf ihm einen wütenden Blick zu – bis er die Traurigkeit im Gesicht seines Freundes und der anderen sah. Und vor allem in Chichis, die kaum ihre Tränen zurückhalten konnte. Buu hingegen blickte leer vor sich hin, als wäre er verloren.
— „Ich... danke dir für das Angebot, Chichi“, sagte er schließlich mit schwacher Stimme. „Ich werde von Zeit zu Zeit zu deinem Haus kommen. Aber ich muss mich erst etwas zurückziehen... Sucht nicht nach mir. Ich werde zu dir kommen.“

Noch bevor die anderen etwas hinzufügen konnten, teleportierte er sich augenblicklich fort und fand sich auf einem Berg auf der anderen Seite des Planeten wieder. Buu setzte sich im Schneidersitz nieder, unbeeindruckt von der eisigen Kälte und dem starken Wind, der über die Gipfel fegte.
Chichis letzte Worte nahmen seinen ganzen Geist ein.
„Sie sind dort drin, irgendwo, das spüre ich.“
„Ich habe nie aufgegeben, sie eines Tages wiederzusehen.“
„Vielleicht kann ich durch dich ein wenig von meiner Sehnsucht lindern...“
Buu war völlig verwirrt. Warum verlor er wegen all dieser Dinge so sehr den Verstand? Er hatte die von ihm Absorbierten als Hindernisse für seine Eroberung des Universums betrachtet. Ihre Emotionen waren Schwächen, ihre Erinnerungen Begrenzungen. Ein so mächtiges, unglaubliches und bösartiges Wesen brauchte keine erbärmlichen Gefühle. Zu diesem Schluss war er nach seiner letzten Erfahrung gekommen.
Und doch, als er Videl und die anderen sah, regte sich etwas in ihm, durchströmte jede Faser seines Körpers. Wellen aus Zuneigung und Sehnsucht. Er wollte ihnen nicht wehtun – er wollte sie beschützen, sie beeindrucken, mit ihnen lachen. Aber er wollte nicht, dass sie weiterhin durch ihn nach ihren Angehörigen suchten. Als er sie absorbiert hatte, hatte er keine Ahnung, wie sehr ihn das in eine Identitätssuche stürzen würde. Ursprünglich waren sie nur Werkzeuge gewesen. Ein Mittel, stärker zu werden.
Doch Son Goku und Vegeta hatten im Grunde dasselbe getan. Sie waren zu Vegetto geworden – einer scheinbar ewigen Existenz, die alles vereinte, sogar ihre Persönlichkeiten und ihr Leben, zu einem einzigen Wesen. Wie hätte dieser die Last empfunden, hätte er Buu besiegt? Was wäre aus ihm geworden?
Buu vermutete, dass der übermächtige Saiyajin kurz davorstand, in wachsenden Wahnsinn abzugleiten. Diese Selbstbefragung darüber, wer er war, seine Interaktionen mit Freunden und Familie, die Bürde, mehrere Identitäten in sich zu tragen... Er selbst war im Griff mehrerer Persönlichkeiten gefangen und wusste nicht, wohin mit sich. Er hatte beschlossen, Böses zu tun – doch diese Entscheidung wurde letztlich von der Rückkehr jener komplexen Gefühle gebremst.
Er musste Bilanz ziehen.

Drei Tage lang meditierte Buu auf dem schneebedeckten Gipfel, verbarg seine Energie, damit ihn keine Erdenbewohner aufspürten. So sehr er auch nachdachte, er fühlte sich weiterhin verloren und fand keine Antwort auf seine Fragen.
Schließlich öffnete er die Augen und ließ sich sanft in den fallenden Schnee gleiten, mit dem Gedanken, sich für einen Moment zu entspannen und an nichts zu denken. Abschalten.
Er rollte mehrere Male den Hang hinunter, zog Furchen in den Schnee, bis er gegen einen Felsen prallte, der im Berghang steckte. An den Stein gepresst blieb Buu einige Minuten reglos liegen, ohne sich zu bewegen.
Was sollte er tun? Er fürchtete sich davor, den anderen wieder zu begegnen. Er war sich nicht sicher, wie jeder von ihnen reagieren würde.
Als er sich aufrichtete, bemerkte Buu ein Glitzern im Schnee einige Meter oberhalb. Schnell flog er hinüber und grub die Hand an der Stelle in den Schnee – nur um sie im nächsten Moment wieder zurückzuziehen. Fassungslos starrte er auf den Dragonball mit Vier Sternen, der funkelnd im Licht glänzte.
„Die Kugel meines Großvaters...“
Nein!
Die Erinnerung an Son Gokus Großvater!
Mit dieser Kugel hatte alles begonnen...
Fast eine Stunde lang saß Buu gedankenverloren da, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen, überflutet von Nostalgie und Erinnerungen an all jene, die in ihm absorbiert waren. Bulmas Begegnung mit Son Goku, ihre Suche nach den Dragonballs, wie weit sie gemeinsam mit Krillin, Muten Roshi und den anderen gekommen waren...
Buu senkte den Arm, die Dragonball Kugel noch immer in seiner Handfläche. Er brauchte einen Rat.
Einen Moment später befand er sich – erneut per Teleportation – auf Gottes Palast. Er stand draußen und spürte Dendes Präsenz in der Nähe, am Rand der Plattform. Dieser wandte sich zu ihm um. Auf seinem Gesicht lag kein Ausdruck der Überraschung, sondern vielmehr Wachsamkeit und Traurigkeit.
Buu ging auf ihn zu und sagte in einem Ton falscher Fröhlichkeit:
— „Dende! Ich freue mich so, dich zu sehen! Du scheinst ein paar Zentimeter gewachsen zu sein, haha!“
— „Ohne Zweifel“, erwiderte der Gott mit einem schwachen Lächeln. „Offenbar scheinst auch du wohlauf zu sein.“
— „Wie du siehst“, sagte Buu mit einem schiefen Grinsen. „Ich habe dir so viel zu erzählen, wenn du nur wüsstest! Zum Beispiel ich—“
— „Es ist sinnlos, Buu“, unterbrach Dende ihn. „Ich habe alles gehört, seit du zur Erde zurückgekehrt bist. Und ich weiß, dass hinter dieser lächelnden Maske Qual steckt. Deshalb bist du hier, nicht wahr?“
Buu antwortete nicht. Ihm wurde klar, dass keine Antwort zufriedenstellend wäre. Dende hatte alles durchschaut – nicht umsonst war er ein einfühlsamer Gott. Auch wenn Buu seine Energie verborgen hatte, hatte er seinen Geist nicht verschlossen. All diese Fragen lagen offen zutage. Er war wie ein aufgeschlagenes Buch.
— „…Ich brauche deine Hilfe, Dende“, gab Buu schließlich zu und setzte sich an den Rand der Plattform, die Beine in der Luft baumelnd. „Ich verstehe nicht, was passiert ist oder was mit mir geschieht. Alles ist neu und unerklärlich, und ich glaube, ich werde verrückt.“
— „Ich denke, ich kann etwas Licht ins Dunkel bringen, Buu“, antwortete Dende und setzte sich neben ihn. „Aber ich bitte dich, mir zu vertrauen. Erlaubst du mir, deinen Geist vollständig zu lesen, damit ich besser erkennen kann, was in deinen Gedanken vorgeht? Denn genau dort liegt das Problem, das dich quält. Und du brauchst eine äußere Perspektive, um dich selbst besser zu verstehen.“
Buu zögerte, jemandem Zugang zu seinem Innersten zu gewähren. Doch tief in seinem Herzen vertraute er dem Namekianer. Es lag nicht in dessen Interesse, ihn zu manipulieren. Mit einem einzigen Gedanken könnte Buu den gesamten Palast zerstören. Was er nicht wusste: Dende handelte einzig aus dem Wunsch heraus, seine Ängste und seine Anflüge von Wahnsinn zu besänftigen. Trotz aller Befürchtungen sah der Namekianer in Buu kein verloren gegangenes Monster mehr, sondern ein leidendes Wesen, das in einem Ozean unbeantworteter Fragen umhertrieb. Er würde nicht versuchen, die Gefangenen aus seinem Körper zu befreien – Buu könnte jederzeit die Beherrschung verlieren. Dendes Ziel war es, ihn zu stabilisieren. Je schneller Buu seine Gedanken ordnete, desto weniger Gefahr würde er für sich selbst und andere darstellen.
Vorsichtig legte Dende seine Hand auf die Schulter des Dschinns und schloss die Augen. Buu versuchte, sich zu entspannen, und senkte instinktiv alle mentalen Barrieren, die er aufgebaut hatte.
Sofort wurde Dende in einen Strudel widersprüchlicher Gefühle hineingezogen – ein Wirbel aus Gedanken und Erinnerungen, die zu Hunderten miteinander kollidierten. In diesem ungeordneten Bewusstsein, das sich wie ein unendliches Universum ausdehnte, spürte der Namekianer ein Geflecht aus Angst und Schrecken in Buus Geist. Seine Seele schrie vor Not und Qual, zerrissen von all diesen inneren Erschütterungen. Dank seiner tiefen Empathie verstand Dende rasch die Ursache der Qualen seines einstigen Feindes.
Buu wurde von zwei wesentlichen Aspekten seiner Persönlichkeit gequält. Einerseits wollte er alles zerstören, die Bevölkerung des Universums terrorisieren, seine blutrünstige Wut entfesseln. Das Böse lauerte noch immer irgendwo in ihm. Doch es war nicht mehr das reine, ungebremste Böse wie während seines Kampfes im vergangenen Jahr. Es waren die Überreste einer anhaltenden Verdorbenheit, die sich wie ein Vampir an den Dschinn klammerte. Dieses Böse verkörperte Buus ursprüngliche Identität, seinen Ursprung – und das war sein einziger sicherer Anker.
Doch ein anderer Teil hatte sich entwickelt: der eines fröhlichen, wohlwollenden Wesens, erfüllt von unschuldiger Neugier und Faszination für das Universum und seine Wunder. Geboren aus der Freundschaft mit Mister Satan, gewachsen durch die Absorption der Saiyajins und gestärkt durch sein Jahr voller Reisen und Begegnungen, hatte Buu seinen Geist erneut zwischen zwei gegensätzlichen Polen gespalten – zwischen seiner inneren Natur und seiner neuen Psyche. Nur war Buu inzwischen überaus intelligent geworden, und der innere Konflikt, der ihn von innen heraus auffraß, unterschied sich vom manichäischen Kampf, der einst den dicken Majin Buu beherrscht hatte. Er würde sich nicht noch einmal in ein böses Monster und ein gutmütiges Kind aufspalten. Eine Seite würde unweigerlich siegen und die andere vernichten, wenn Buu nicht endgültig entschied, wer er sein wollte.
Dende verstärkte seinen Griff bis an die Grenze, um tiefer in Buus Gedanken vorzudringen. Buu stöhnte vor Schmerz auf und rieb sich den Kopf, ließ Dende jedoch weitermachen. Ohne zu verstehen, wie das möglich war – und ohne dass der Gott es bemerkte – war Buu in der Lage, dem Pfad von Dendes Reflexion zu folgen, und klammerte sich an diesen leitenden Faden wie an eine Lebensleine, die ihn aus diesem Chaos ziehen würde. Er wollte dieses Problem ein für alle Mal beseitigen, und während er Dendes Gedanken folgte, fürchtete er, dass es nur auf zwei Arten gelöst werden konnte: indem er dem Wahnsinn nachgab oder indem er seine Macht aufgab und friedlich wurde, indem er die Kontrolle dem Einfluss der in ihm Absorbierten überließ. Und weder das eine noch das andere wollte er akzeptieren.
Dende erreichte rasch die Tiefen von Buus Bewusstsein und wurde von intensiven Emotionen überwältigt. Irgendwo im Innersten des Dschinn breiteten sich die schlummernden Seelen seiner Absorbierten aus und sandten Wellen mit unterschiedlichsten Wirkungen aus. Es war, als stünden Son Goku, Son Gohan und die anderen direkt neben ihm! Ebenso viele weitere Leute. Das Erstaunlichste war, dass keiner von ihnen Schmerzen zu empfinden schien. Sie waren allmählich mit dem kosmischen Wesen verschmolzen, welches sie mit Gewalt in sich aufgenommen hatte. Und in gewisser Weise versuchten sie, ihm Gutes zu tun – sehr zu Buus Missfallen. Für ihn war es offensichtlich: Ihre Geister waren eine Belästigung, ein Problem. Um jene Worte zu verwenden, die sich inzwischen wie eine verhasste Maxime in ihn eingebrannt hatten – sie hatten aus ihm „einen guten Samariter“ gemacht. Sie, diese Zurückgewiesenen, die nach einem erbitterten Kampf gegen seine Allmacht besiegt worden waren.
Doch andererseits – ohne dabei von Liebe zu sprechen – genoss Buu all jene Erfahrungen, die er ihnen zu verdanken hatte. Er liebte es, sich an diese Kämpfe zu erinnern, an jene Momente, die er gemeinsam mit Mr. Satan ausgekostet hatte, an die Entdeckungen und Welten, die er besucht hatte. Ohne es zu bemerken, war Buu dankbar für die Veränderung, die sie in sein Leben gebracht hatten. Viel mehr, als er ursprünglich geglaubt hatte.
Anfangs schätzten sie ihn nur wegen seiner Kräfte und Fähigkeiten. Also akzeptierte er widerwillig diesen beinahe wohltätigen Einfluss, der seine Handlungen verzerrte. Doch sehr schnell wurde er zu einer Bürde, zu einem Albtraum für ihn, der sein Ziel und seine Identität aus den Augen verloren hatte und nicht länger ein wandelnder Nervenball war, unfähig, einen Golem zu zerstören, ohne einen Hauch von Reue zu verspüren. Für ihn verliehen ihm seine Absorptionen ungeheure körperliche Stärke, doch geistig waren sie wahre Schwächen.
Doch unterbewusst schuldete er ihnen eine unendliche Dankbarkeit. Sie machten ihn zu einem besseren Wesen. In jeder Hinsicht. Er weigerte sich schlichtweg, es zu akzeptieren, und klammerte sich an sein Selbstbild als zerstörerisches Monster über allen Gefühlen stehend. Das war nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass Buu erst seit einem Jahr echte Emotionen empfand. Aber...
Buu war kein Monster mehr, seit er die Erde verlassen hatte. Diese neuen Gefühle verwirrten ihn, doch obwohl er sich einreden wollte, sie seien Bedrohungen, wusste er tief in seinem Innersten, dass sie das schönste Geschenk waren, das er je erhalten hatte.
Er begriff es in dem Moment, als er Videl und die anderen kurz zuvor wieder gesehen hatte.
Er liebte diesen Planeten.
Er liebte dieses neue Leben, das er um den Preis schwerer Opfer erlangt hatte. Und vor allem liebte er jene Wesen, die diesen kleinen blauen Felsen bevölkerten. Und nicht nur wegen seiner Absorption. Er selbst entwickelte eigene Gefühle. Sie waren keine Einschränkung. Sie waren das Fundament des neuen Buu. Ein erfüllter, unabhängiger... und freier Buu.
Dende zog sich plötzlich aus Buus Geist zurück, zurückgestoßen von einem grellen Blitz, der im Sturm der ihn durchziehenden Emotionen aufloderte. Der Dschinn richtete sich ruckartig auf und flog, ohne ein Wort zu sagen, rasch zur Oberfläche. Der Namekianer beobachtete besorgt, wie er schnell aus seinem Blickfeld verschwand. Wenige Sekunden später gesellte sich Mr. Popo zu ihm.
— „Und?“ fragte er seinen Herrn. „Wird er den Planeten aus einer Laune heraus zerstören? Gehen wir ein Risiko ein?“
„Ehrlich gesagt, kann ich das nicht sagen“, antwortete Dende und schloss die Augen. „Er ist noch immer instabil und seine Seele wird im Inneren gequält. Aber... das Böse in ihm ist nicht länger der Leitfaden seiner Instinkte. Selbst im Schlaf ist es unseren Freunden gelungen, seinen Blutdurst zu lindern und ihn in ein neues Wesen zu verwandeln. Ich fürchte, wir werden sie niemals wiedersehen, doch trotz ihrer Niederlage haben sie uns gerettet. Ich glaube nicht, dass Buu noch eine Bedrohung für uns darstellt.“
Mr. Popo folgte seinem Blick zur Erdoberfläche und sagte:
— „Uns bleibt nur abzuwarten...“
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