DB Multiverse

DBM Universum 4: [Zen] Buu

Geschrieben von Arctika

Übersetzt von ZenBuu

Korrekturgelesen von: iron leaf

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[Chapter Cover]
Teil 4, Kapitel 20.

Kapitel 20

Übersetzt von ZenBuu


Als Buu im vierten Dorf ankam, wurde er vom Anführer dieser kleinen Gemeinschaft freundlich empfangen.

Er wurde eingeladen, sich in die Mitte eines Kreises zu setzen, den der Dorfälteste eigens in den Boden gegraben hatte. Im Schneidersitz schloss Buu die Augen, während die Worte des Namekianers an sein Ohr drangen:

Für diese Prüfung werde ich dein Bewusstsein in einen Zustand leichter Trance versetzen. Ich werde auf geistiger Ebene mit deinem wahren Ich kommunizieren, in seinem natürlichsten Zustand, während du dich wie ein äußerer Beobachter wahrnimmst. Du behältst jederzeit die Kontrolle und kannst den Vorgang abbrechen, wann immer du möchtest. Ich werde nichts davon gegen dich verwenden. Das Ziel dieser Übung ist vielmehr, dir zu helfen, dich von Dingen zu befreien, die - selbst unbewusst - Druck auf dich ausüben. Kurz gesagt: Sie soll dir dabei helfen, gelassener mit unangenehmen Überraschungen umzugehen. Bist du bereit?

Buu zögerte bei dem Gedanken, die Kontrolle über Körper und Geist aufzugeben, erinnerte sich jedoch daran, dass Dende einst eine ähnliche Übung mit ihm durchgeführt hatte. Schließlich gab er nach, stimmte zu und ließ sich in einen Zustand leichter Hypnose sinken.

Sein Bewusstsein berührte das des Namekianers. Beruhigt durch den guten Willen des Dschinns begann der Dorfälteste, seine Psyche zu erforschen - und machte dabei seltsame Erfahrungen.

Er war es gewohnt, alles Ungewöhnliche bis ins kleinste Detail zu untersuchen. Doch niemals hätte er erwartet, lediglich wie ein Auge im gewaltigen Ozean von Buus Geist zu treiben - einem Meer, das zugleich unendlich fern und doch greifbar nah erschien. Er war kein Geist, der seinen leeren Körper beobachtete, doch gleichzeitig war er auch nicht mehr ganz er selbst. Hätte er nicht bereits so viele existentielle Krisen durchlebt, wer wusste, wie er auf eine solche Spaltung seines Bewusstseins reagiert hätte.

Aus dieser äußeren Perspektive erkannte er gemeinsam mit dem Namekianer die Gesamtheit seiner Persönlichkeit und ihre unglaubliche Komplexität. Genau wie Dende damals nahm Buu den gewaltigen Knoten wahr, den all die absorbierten Wesen in seinem Inneren bildeten. Hunderte Emotionen und Erinnerungen flossen ineinander über, doch eher wie Zuflüsse, die sich zu einem mächtigen Fluss vereinen, als wie ein chaotischer Kreuzungspunkt unzähliger widersprüchlicher Gedanken. Im Moment herrschten Frieden und Harmonie in Buus Geist.

Obwohl der Dorfälteste fasziniert war von dem, was er entdeckte, wagte er sich noch tiefer vor. Dort erkannte er, dass Buu gelegentlich von Wutausbrüchen überwältigt wurde und seine eigenen Gefühle nicht immer verstand. Traf er auf unkontrollierbare Ängste, gelang es ihm jedoch stets, neuen Mut zu fassen und sie zu überwinden. Er blickte entschlossen in die Zukunft und nutzte deshalb jeden Augenblick der Gegenwart.

Doch tief im Inneren des Dschinns schlummerte etwas. Eine verborgene Kraft in den Tiefen seines Herzens und seiner Seele. Eine Verzweiflung, versiegelt hinter der Begeisterung seines neuen Lebens. Ein einziger Moment, in dem er die Kontrolle über seine Gefühle verlor, könnte sie entfesseln, selbst wenn er sich dessen nicht bewusst war.

Als sich der Namekianer diesem Punkt näherte, brach Buu den geistigen Kontakt ab. Wieder in seinem Körper angekommen, sprang der Dschinn verwirrt auf. Der Dorfälteste beobachtete ihn aufmerksam und mit einer Spur Vorsicht.

Es... es tut mir leid..., stammelte Buu und schüttelte den Kopf. Ich habe mich plötzlich unwohl gefühlt...

Es ist kein Verbrechen, sich selbst schützen zu wollen, erwiderte der Dorfälteste mit einem leichten Lächeln. Im Gegenteil - es ist ein Zeichen von Weisheit, zu wissen, wann man aufhören sollte, anstatt sich vom Drang leiten zu lassen, immer tiefer vorzudringen. So deute ich deine Reaktion. Dennoch rate ich dir, dich selbst unter allen Umständen besser kennenzulernen. Unwissenheit führt zu Angst... und Angst kann schlimme Folgen haben.

Daraufhin überreichte der Dorfälteste Buu den Dragon Ball mit zwei Sternen. Doch der Dschinn war noch immer von dem erschüttert, was gerade geschehen war.

Während er davonschwebte, hallten die Worte des Namekianers in seinem Kopf nach. Er wusste, dass sein Körper und sein Geist immer komplexer wurden. Es fiel ihm zunehmend schwer zu erkennen, wer er wirklich war und was er einmal werden wollte. Doch dieses Problem hatte er längst überwunden. Er verstand die Warnung des Dorfältesten einfach nicht.

Seine einzige Angst war seine Anfälligkeit für Magie - die Furcht, erneut für alle Ewigkeit zu einem Gefangenen zu werden. Im Grunde war es die Angst vor dem Tod. Doch genau darauf bereitete er sich doch vor. Konnte ihn das wirklich so tief traumatisiert haben? Welchen Erzfeind fürchtete er unbewusst?

So sehr war er in Gedanken versunken, dass ihm völlig entging, wie über ihn telepathisch gesprochen wurde. Während der Dschinn langsam am Horizont verschwand, runzelte der Dorfälteste die Stirn und wandte sich geistig an seinen Kollegen aus dem nächsten Dorf:

Ich habe Buu gerade geprüft.

Und? Wie ist es gelaufen?

Ich habe ihm das heilige Artefakt anvertraut. Dennoch verbirgt sich etwas in seinem Inneren. Er ist vertrauenswürdig und begegnet uns mit großem Respekt. Aber solange er sich nicht traut, tiefer in sich selbst vorzudringen und sich dem zu stellen, was ihm missfallen könnte, wird es ihm an Weisheit und Mut fehlen. Wenn wir sicher sein wollen, dass er die Werte wirklich verkörpert, die er vertritt, müssen wir ihn mit seinen dunkelsten Ängsten konfrontieren...

Wenig später landete Buu auf dem Dorfplatz des fünften Dorfes, wo ihn bereits der nächste Dorfälteste erwartete. Dieser hatte eine ganz besondere Prüfung für ihn vorbereitet.

Um den Dragon Ball mit vier Sternen zu erhalten, musst du den Weg durch eine Illusion finden, die ich in deinem Geist erschaffen werde. Diese Prüfung soll zwar deine Kampffähigkeiten zeigen, vor allem aber dein Urteilsvermögen auf die Probe stellen. Zeig mir, wie du mit dem Unerwarteten umgehst!

Buu nickte zustimmend und unterzog sich der Prüfung des Dorfältesten. Zumindest ging von einer Illusion keine wirkliche Gefahr aus. Er gewöhnte sich immer mehr an die Magie und war überzeugt, jeden Zauber brechen zu können. Ganz gleich, welcher fiktive Gegner ihm begegnete - er würde ihn besiegen!


Buu tappte in die Illusion und fand sich in einem nebligen Labyrinth mit einer unterteilten Decke wieder. Es war unmöglich, über das riesige Bauwerk hinwegzufliegen, um zu schummeln. Der Dschinn lächelte und sagte sich, dass er einfach nur überall mit Höchstgeschwindigkeit hindurchlaufen musste, bis er den Ausgang fand.

Doch kaum hatte er einen einzigen Schritt gemacht, hallte ein schrilles Lachen mit einem widerwärtigen Echo durch die Gänge.

Hu hu hu hu...

Der Dschinn erstarrte. Ein Schauer des Ekels lief ihm über den Rücken. Er kannte diese Stimme. Sie war ihm nur allzu vertraut.

Er schüttelte den Kopf, fasste sich wieder und begann, das Labyrinth zu erkunden. Dabei stieß er auf verschiedene Arten schwebender Blasen. Sie waren nicht bedrohlich. In ihnen befanden sich Bilder aus seiner Vergangenheit: seine Kämpfe, seine Schlachten, seine Siege. Mit einem Anflug von Nostalgie betrachtete er sich selbst im Kampf auf der Erde. Was für eine Prüfung das gewesen war! Es war wirklich die beste Zeit seines Lebens gewesen. Aber... er wollte sie nicht noch einmal erleben. Er bewahrte sie lediglich als kostbaren Schatz, auf dem er nun seine Zukunft aufbaute.

Buu erkannte, dass diese Reise durch sein Leben prüfen sollte, ob er Ereignisse bereute und erneut erleben wollte oder ob er die Massaker vermisste, die ihm einst Freude bereitet hatten. Die Namekianer wussten, dass Buu von Natur aus ein Wesen der Zerstörung war, und wollten herausfinden, ob er den Wert seiner Entwicklung erkannt hatte. Schade für sie, denn diese Frage hatte Buu längst beantwortet!

„Buu, gib uns die Leute zurück, die wir lieben! Ich flehe dich an!“

Eine Blase schrie ihm mit Videls Gesicht entgegen. Buu taumelte einen Moment, doch sein Blick verhärtete sich sofort.

„Hin, darauf wollt ihr also hinaus?“ rief er, während seine Stimme durch die Illusion hallte. „Keine Sorge, die Leute, die ich absorbiert habe, gehören mir! Ich habe meine Entscheidung getroffen und nichts wird mich umstimmen! Trotzdem ein netter Versuch.“

Plötzlich wurde die Atmosphäre schwerer und die eisige Stimme von zuvor erklang erneut.

„Ki ki ki!“

Je weiter er voranschritt, desto unwohler fühlte sich der Dschinn. Er wusste, dass ihn diese Prüfung durch sein ganzes Leben führen würde, um zu sehen, wie er reagierte und ob er Gefühle wie Schuld oder Entschlossenheit empfinden konnte. Das Einzige, was er nicht verstand, war, wie diese Illusion seine Kampffähigkeiten auf die Probe stellen sollte.

Neue Blasen erschienen und versetzten ihn zurück in seinen hirnlosen Ballonzustand, als er blind Babidis Befehlen gehorchte. Was für eine Demütigung! Diesem Wurm unterworfen zu sein, ohne auch nur den geringsten Verstand zu besitzen... Der Beginn seiner Existenz war wirklich die schlimmste Zeit seines Lebens. Eingesperrt zu sein, manipuliert zu werden... nie wieder. Von jetzt an würde nur noch er selbst über sein Schicksal entscheiden!


Einige Minuten später betrat er einen großen runden Raum. Er erinnerte an den, den er einst in seinem eigenen Körper erschaffen hatte, um nach der Absorption von Vegeta gegen Son Goku zu kämpfen.

Verwundert blickte er sich um, bis die Antwort vor ihm erschien. Gotenks und Son Gohan tauchten wie aus dem Nichts auf. Beide waren ausdruckslos und schwiegen. Die Fusion war ein dreifacher Super Saiyajin und Son Gohan hatte sein volles Potenzial entfesselt.

„Heh, das ist mal ein Kampf, der mir gefällt,“ spottete Buu und setzte seine Energie frei. „Ich bin stärker als ihr beide zusammen. Schließlich habe ich euch jetzt in mir!“

Gelassen blockte er die Angriffe der Saiyajins ab, packte Gotenks' kleinen Arm und benutzte ihn wie einen Dreschflegel, um Son Gohan damit zu treffen. Während beide quer durch den Raum geschleudert wurden, streckte Buu die Hand aus und überschüttete sie mit einer Salve mächtiger Kikohas, wodurch die Illusionen verschwanden.

„Diese Kämpfe machen nicht einmal mehr Spaß,“ seufzte Buu und entspannte sich. „Wegen euch bin ich so stark geworden. Selbst wenn ihr wirklich zurückkehren würdet, könntet ihr mich nicht mehr aus der Ruhe bringen. Falls diese Prüfung herausfinden soll, ob ich euch freilassen möchte oder nicht... dann lautet die Antwort: Nein. Ihr gehört mir!“

„He he he he...“

„Schon wieder dieses Lachen...,“ dachte Buu, während ihm erneut ein Schauer über den Rücken lief.

Als er allmählich genug davon hatte, veränderte sich der Raum um ihn herum. Wenige Meter vor ihm erschien ein seltsamer Kokon.

Ein Kokon, in dem...

Majin Buu steckte.

Der Dicke.


Neben dem Kokon standen Vegeta und Son Goku als Super Saiyajin 2. Zufrieden lächelnd betrachteten sie ihn.

„Wir wissen, wie wir ihn besiegen können, Buu,“ sagten sie gleichzeitig. „Wenn du existierst, dann nur, weil wir damals nicht schnell genug gehandelt haben. Aber was wäre passiert... wenn wir es getan hätten?“

Die beiden Saiyajins machten sich bereit, die Fäden des Kokons zu durchtrennen. Obwohl alles nur eine Illusion war, durchzuckte Buu eine Welle blanken Entsetzens, die er nicht unterdrücken konnte.

„Nein!“ schrie er und stürmte auf sie zu.

Doch kurz bevor er sie erreichte, verschwanden beide plötzlich. Nur Dunkelheit blieb zurück, die den Dschinn umschloss. Im selben Moment war er bewegungsunfähig.

Als wäre er wieder in der Kugel gefangen.

„Was... was passiert hier?“ geriet Buu in Panik und versuchte sich zu befreien.

„KU KU KU KU!“

Das Lachen von eben wurde lauter und bedrückender. Während Buu die Angst übermannte, spürte er eine Präsenz in seinem Rücken. Irgendwie gelang es ihm, den Kopf zu drehen.

Und was er sah, erfüllte ihn mit Entsetzen und Ekel.

Nur wenige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt grinste seine ursprüngliche Gestalt boshaft.

Der zerstörerische, hirnlose Junge, der nur daran dachte, alles zu vernichten.

Der unkontrollierbare kleine Rebell... geboren im Schatten und in der Knechtschaft.

Während Majin Buu höhnisch lachte und eine gewaltige Energiewelle auf ihn vorbereitete, hallte eine dröhnende Stimme in Buus Geist wider.

Eine Stimme, die er nur allzu gut kannte.

„Das ist deine wahre Natur, Majin Buu,“ zischte Bibidi mit seiner schrillen Stimme. „Du bist nichts weiter als ein Sklave, den ich erschaffen habe, um über das Universum zu herrschen. Genau das bist du immer gewesen. Diese Entwicklung, die du durchlaufen hast, ist nichts weiter als ein Zufall unter vielen. Entferne die Energien deiner Absorbierten und du wirst wieder zum Diener meiner dunklen Magie. Glaubst du wirklich, das hier sei nur eine Illusion? Das hier ist dein Leben. Du wirst niemals frei sein. Du wirst niemals etwas anderes sein als eine wilde Bestie.“

Majin Buu brach in schallendes Gelächter aus und entfesselte eine überwältigende Energiewelle, die Buu mit voller Wucht traf. Während er sich auflöste, brannten sich die Worte der Illusion tief in den Geist des Dschinns ein...

Buu riss plötzlich die Augen auf und fiel keuchend und zitternd auf die Knie. Der Anführer der Namekianer wollte zu ihm gehen, zögerte jedoch, als er den Funken des Wahnsinns in den Augen des Dschinn bemerkte. Um sie herum waren die Namekianer vor Angst erstarrt.

"Was... was habt Ihr mit mir gemacht?", rief er seinem Dorfältesten wütend zu. "Macht es Euch Spaß, mich so zu quälen?"

"N... nein!", erwiderte der Dorfälteste. "Der Sinn dieser Prüfung war es, dich mit deinen Erinnerungen zu konfrontieren, um zu sehen, ob du sie überwinden kannst! Jeder würdige und weise Krieger muss lernen zu akzeptieren, wer er ist, und darf sich nicht von negativen Gefühlen oder seinen tiefsten Ängsten beherrschen lassen. Diese Illusion entstand aus deinem eigenen Geist, Buu. Sie hat dir gezeigt, wovor du unterbewusst Angst hast."

"Wovor ich Angst habe?", wiederholte Buu geistesabwesend. "...Davor... wieder zu dem zu werden, der ich einmal war?"

Buu trat einen Schritt zurück und hatte das Gefühl, als hätte ihn eine schreckliche Wahrheit getroffen.

Es stimmte.

Wenn er sich weigerte, seine Obsessionen aufzugeben, dann nicht nur aus Egoismus oder dem Streben nach Perfektion. Es lag auch an seiner Angst, wieder zurückzufallen und alles zu verlieren, was er sich mit so großer Mühe erarbeitet hatte.

Wieder zu diesem wandelnden Albtraum zu werden, der sein schlimmstes Ich verkörperte. Zu jenem Majin Buu, den alle aus den uralten Legenden kannten. Selbst wenn er ihn in Intelligenz und Gefühlen millionenfach übertroffen hatte, waren diese nur Schichten über dem ewigen Fundament seines Ursprungs: einem Sklavenjungen.

Und genauso wie er noch immer der bindenden Magie seines früheren Meisters unterlag, gab es keinerlei Garantie dafür, dass sein jetziger Zustand dauerhaft war. Was, wenn er seine Kokons verlor, bevor er sie vollständig assimiliert hatte? Nichts fürchtete er mehr, als wieder ganz von vorn anfangen zu müssen. Je weiter er sich entwickelte, desto stärker überwältigte ihn diese Angst im Verborgenen.

Am Ende hatte Buu seine inneren Dämonen also keineswegs begraben. Die Angst zu sterben. Die Angst, besiegt zu werden. Die Angst, eingesperrt zu sein... und nun auch die Angst, für immer an seine böse Natur gekettet zu bleiben.

Doch er war weit weniger erschüttert, als er erwartet hatte. Er dachte an seine Zeit auf der Erde. An seine Gespräche mit Dende, mit Muten Roshi, mit Mister Satan und den Erdlingen. An seinen Schüler Thorn. An die Sandwelt. An Icarion.

Er war kein unverbesserliches Monster. Er hatte es bewiesen!

Also war das der Sinn dieser besonderen Prüfung... Dass er seine gesamte Existenz vollständig akzeptierte und keine seiner tiefsten Ängste verdrängte. Denn wenn er das tat, würden sie ihn für alle Ewigkeit verfolgen und vielleicht eines Tages Wirklichkeit werden.


Buu hielt einen Moment inne, um wieder zu Atem zu kommen und sich zu beruhigen. Er kniete sich hin, schloss die Augen, senkte den Kopf und sagte zum Dorfältesten:

"Ich danke Euch für diese Lektion, die Eure Illusion mich gelehrt hat. Offenbar habe ich noch einen langen Weg vor mir."

Der Namekianer nickte zufrieden.

"Du beweist Weisheit. Es ist ehrenhaft, angesichts eines solchen Schocks Demut zu zeigen."

"Also habe ich euren Dragon Ball verdient, Dorfältester?", fragte Buu und hob den Kopf.

Der Dorfälteste antwortete nicht sofort und dachte lange über das Geschehene nach.

"Nein. Ich halte diese Prüfung nicht für erfolgreich bestanden."

"Wie bitte?", reagierte Buu überrascht. "Aber... ich habe doch Weisheit bewiesen und diese Illusion erfolgreich überwunden!"

"Dieser Eindruck ist verständlich. Das Ergebnis dieser Prüfung ist zwar positiv, doch ihre Durchführung zeigt, dass du noch nicht bereit bist, den Schatz unseres Volkes zu erhalten. Du kämpfst hervorragend, und dein Umgang mit deinen Erinnerungen zeigt, dass du Sehnsucht und Mitgefühl empfinden kannst. Aber zu keinem Zeitpunkt hast du auch nur darüber nachgedacht, den Grund für dein Handeln zu hinterfragen. Du hältst diese Seelen allein aus Egoismus fest. Wäre es wirklich so schrecklich, diese Erdbewohner zu ihren Angehörigen zurückkehren zu lassen? Wäre das wirklich ein so großer Verlust? Du klammerst dich an deine Überzeugungen. Selbst wenn du sie nicht aufgegeben hättest – hättest du auch nur in Erwägung gezogen, es zu tun, hätte ich dir den Dragon Ball überlassen. Ich verstehe deine Angst, wieder zu dem Monster zu werden, das du einst warst. Aber du hast nicht auf deine Gefühle gehört. Nur auf dein Überlegenheitsgefühl."

Buu brachte kein Wort heraus. Er war fassungslos über das, was er hörte. Nur aus diesem einen Grund wagte dieser Namekianer, ihm den Dragon Ball zu verweigern? Nachdem er dieses Trauma durchlebt und daraus neue Erkenntnisse gewonnen hatte, sollte ihm seine Belohnung verwehrt werden, nur weil er egoistisch war?

Am Ende verstanden sie also nicht, wer er wirklich war. Oder vielleicht hielten sie ihn, weil er sich so zahm wie ein Lamm verhielt, für harmlos und glaubten, streng mit ihm umgehen zu können. Offenbar musste er sie daran erinnern, dass er nicht bloß ein Samariter war.

Ein Funken Zorn flammte in seinen Augen auf, sodass der Dorfälteste erschrocken zurückwich. Auch die übrigen Namekianer blickten den Dschinn voller Angst an.

"Ich habe Eure Prüfung bestanden und bin dadurch gewachsen. Und wegen eines einzigen Aspekts meiner Persönlichkeit soll ich auf meine Wünsche verzichten? Ihr seid mutig, Namekianer. Aber zwingt mich nicht dazu, dieselben Methoden anzuwenden wie Freezer. Ich war höflich und musste einige äußerst unangenehme Dinge noch einmal durchleben, um das zu verdienen, was mir zusteht. Schluss mit diesem Unsinn. Gebt mir den Dragon Ball, dann lasse ich Euch in Ruhe."

Der Dorfälteste sah zu seinen Gefährten und schwieg einige Augenblicke, bevor er entschlossen antwortete:

"Genau das bestätigt, was meine Brüder und ich während deiner Prüfungen erkannt haben. Du kannst weise und mitfühlend sein und auf die Welt um dich herum hören. Doch zugleich bist du impulsiv, irrational und zornig. Die anderen haben dir ihre Artefakte überlassen, nachdem sie bestimmte Seiten deines Charakters geprüft hatten. Doch die Eigenschaften, nach denen ich dich beurteilt habe, zeigen, dass du unseres Dragon Balls nicht würdig bist. Verlasse diese Welt und denke über deine Fehler nach. Wenn du an ihnen gearbeitet hast, darfst du die Prüfungen vielleicht erneut ablegen..."

Ein dünner Energiestrahl durchbohrte seine Brust und ließ ihn mitten im Satz verstummen. Noch bevor sein lebloser Körper zu Boden fiel, gab Buu den übrigen Namekianern keine Gelegenheit zu schreien oder überhaupt zu begreifen, was gerade geschehen war. Er tötete sie alle mit brutaler Effizienz. Innerhalb weniger Sekunden gab es keine Überlebenden mehr.

Der Dschinn holte tief Luft und entspannte sich. Ein Anflug von Reue durchzuckte ihn, doch wirklich schuldig fühlte er sich nicht. Diese Namekianer hatten ihn missverstanden. Nur weil er Dende und die Erdbewohner mochte, weil sowohl das Gute als auch das Böse in ihm lebten, weil er freundlich und großzügig sein konnte... machte ihn das noch lange nicht zu einem Heiligen – ganz im Gegenteil. Er kannte seine Schwächen. Er hatte sie akzeptiert; sie gehörten zu seiner Natur. Doch sie hatten sie nicht akzeptiert. Sie wollten in ihm nur einen Son Goku sehen: mutig und gütig. Indem sie ihn mit seinem Ursprung konfrontierten, hatten sie seinen Entschluss nur noch gefestigt: Niemand würde ihn verurteilen. Niemand würde sich ihm in den Weg stellen. Wenn er etwas wollte, dann bekam er es. Und wenn man es ihm verweigerte... dann nahm er es sich eben.

Zufrieden streckte Buu den Arm auf die Hütte des Dorfältesten aus und krümmte seinen Zeigefinger zu sich. Sofort flog der Vier Sterne Dragon Ball mithilfe seiner Telekinese zu ihm. Der Dschinn kicherte bei dem Gedanken, dass Polunga schon bald ihm gehören und all seine Fragen beantworten würde.

Wenige Augenblicke später holte sich Buu auch den sechsten Dragon Ball – diesmal, ohne seinen Hüter überhaupt zu fragen. Er hatte dessen Haus mit einem Energiestrahl zerstört, damit dieser verstand, dass Widerstand zwecklos war.

Nun befand er sich im siebten Dorf, wo Moori bereits auf ihn wartete – voller Entsetzen und Hilflosigkeit. Er fühlte sich doppelt schuldig: weil er denselben Fehler begangen hatte wie einst mit Freezer, als er ein übermächtiges Wesen willkommen hieß, das sie mühelos beherrschen konnte... und weil er geglaubt hatte, Buu würde sich selbst Grenzen setzen. Seine Gefühle hielten ihn keineswegs von Gräueltaten ab – ganz im Gegenteil. Buu war das inzwischen gleichgültig. Er mochte die Namekianer, doch seine Freundschaft zu Dende würde ihn niemals davon abhalten, das zu bekommen, was er wollte: die Dragon Balls ihres Volkes.

Mit einem einzigen Schlag gegen den Kopf erschlug Buu einen namekianischen Krieger, der ihn aufhalten wollte. Anschließend massakrierte er aus purem Vergnügen beinahe das gesamte Dorf. Schon bald war nur noch der Oberälteste am Leben.

Er hob erneut die Hand, und der letzte Dragon Ball, der sich im Haus des Dorfältesten befand, schwebte zu den übrigen.

Amüsiert blickte er Moori an.

"Wenn man es genau nimmt, habe ich vier von sieben... also mehr als die Hälfte. Rein rechtlich gehören sie jetzt mir, hahaha!"

"Monster...", entgegnete Moori. "Ich habe dich freundlich empfangen und meinem Volk versprochen, dass ihm nichts geschehen würde. Ist dein Wort also nichts wert?"

"Ich habe Eure Herausforderung aus Spaß angenommen, Oberältester", erwiderte Buu mit einem breiten Grinsen. "Aber auch nur einen Augenblick zu glauben, ich würde die Dragon Balls am Ende nicht besitzen... daran habe ich nie gedacht. Nichts in diesem Universum wird sich meinem Zugriff entziehen. Niemand kann mich aufhalten – auf keine Weise. Daran werdet Ihr Euch gewöhnen müssen."

"Glaubst du das wirklich?", erwiderte Moori und führte seine ausgestreckten Finger an seinen Hals.

Doch noch bevor er seinem Leben selbst ein Ende setzen konnte, schoss ein rosafarbenes, gallertartiges Band hervor und fesselte ihn vollständig. Es knebelte ihn und machte jede Bewegung unmöglich.

"Oh nein...", flüsterte Buu. "Ich war mir nicht sicher, ob Ihr Euch wirklich trauen würdet, aber man sollte auf alles vorbereitet sein, nicht wahr? Trotzdem... netter Versuch."


Buu legte die Dragon Balls auf den Boden und bereitete sich darauf vor, Polunga zu beschwören.

Genau in diesem Moment spürte er mehrere Energien, die sich näherten.

Mehrere namekianische Krieger landeten im Dorf und blickten entsetzt auf das Blutbad – und auf ihren Oberältesten, der diesem Dämon hilflos ausgeliefert war.

Von Zorn erfüllt rief einer von ihnen:

"Meine Brüder... gebt mir eure Kraft! Ich werde mich um ihn kümmern!"

Sofort streckte er seine Hände nach den nächststehenden Namekianern aus. Diese ließen sich bereitwillig ergreifen. Ein gleißendes Licht umhüllte sie, bevor sie verschwanden und sich als reine Energie mit ihrem Gefährten vereinigten. Einer nach dem anderen verschmolz mit ihm.

Buu beobachtete das Ganze schweigend. Neugierig wartete er darauf, was geschehen würde.

Nachdem sich beinahe sechs namekianische Krieger mit ihm vereinigt hatten, stürmte der letzte Kämpfer direkt auf den Dschinn zu und stieß mit der Handkante nach ihm.

Buu lehnte sich mühelos zurück und wich aus.

Er wollte seinen Gegner zu Boden schlagen, doch der Namekianer war schneller, als Buu erwartet hatte. Mit voller Wucht traf seine Faust Buus Wange.

Der Namekianer stockte.

Zuerst zeigte sich Freude auf seinem Gesicht... doch im nächsten Augenblick verwandelte sie sich in blankes Entsetzen.

Buu hatte sich nicht einmal bewegt.

Mit leuchtenden Augen betrachtete er diesen unerwartet starken Gegner aufmerksam.

"Gar nicht schlecht!", rief er begeistert. "Das ist ein äußerst interessantes Phänomen, das du mir gerade gezeigt hast. Deshalb werde ich deinen Mut und deine Kühnheit belohnen... indem ich dir zeige, was wahre Assimilation bedeutet!"

Kaum hatte er ausgesprochen, absorbierte Buu seinen Gegner augenblicklich, bevor dieser überhaupt auf die Geschwindigkeit des Dschinn reagieren konnte.

Er lachte zufrieden.

Piccolo besaß er bereits... doch dieses Exemplar war deutlich neuer. Es würde ihm helfen, die namekianische Assimilation noch besser zu verstehen.


Buu blickte zu Moori.

"Das war wohl Eure letzte Hoffnung, nicht wahr? Aber nur, um ganz sicherzugehen..."

Er hob den Arm zum Himmel und entfesselte einen Sturm aus Energiesalven, der sich über den gesamten Planeten ausbreitete. Unzählige Strahlen überzogen Namek und töteten erbarmungslos alle noch verbliebenen Bewohner.

Moori stöhnte entsetzt auf, als er diesen grausamen Völkermord mit ansehen musste.

"Und jetzt..."

"Na dann, zurück zur Sache!", rief Buu und klatschte in die Hände. "Es ist so weit! Takka rapto pop Polunga pupilitto paro!"

Ohne zu zögern sprach er die namekianische Beschwörungsformel für Polunga.

Vor den hilflosen Augen des bewegungsunfähigen Oberältesten verdunkelte sich der Himmel, und ein gleißendes Licht brach aus dem Firmament hervor.

Nach und nach nahm der heilige Drache der Namekianer Gestalt an und blickte aus seiner gewaltigen Größe auf seinen Beschwörer herab.

"Du, der die sieben Dragon Balls versammelt hat... nenne deine drei Wünsche. Ich werde sie erfüllen, welche sie auch sein mögen."

"Ausgezeichnet", antwortete Buu auf Namekianisch. "Dann beginnen wir, Polunga. Mein erster Wunsch lautet... Erzähle mir von deinem Ursprung. Von deinen Kräften! Durch welches Wunder kannst du all das vollbringen? Erkläre es mir!"

Polunga richtete seinen drachenhaften Blick auf Buu und stieß ein ohrenbetäubendes Brüllen aus.

"Ich erfülle die Wünsche jener, die mich mithilfe der uralten Magie der Namekianer beschwören."

"Das hatte ich mir schon gedacht", schnaubte Buu. "Aber kannst du nicht genauer werden? Welche kosmischen Kräfte setzt du ein, um Tote wieder zum Leben zu erwecken? Deine Augen färben sich rot und dann... das war's? Du denkst an einen Wunsch und schon ist er erfüllt?"

"Ich nutze lediglich die Kräfte, die mein Schöpfer mir verliehen hat. Mehr kann ich dir darüber nicht sagen."

"Was?", rief Buu. "Warum kannst du es mir nicht sagen? Du kannst Unsterblichkeit verleihen – das machst du praktisch mit einem Fingerschnippen! Für diese Wunder muss es doch eine Erklärung geben! Ich frage noch einmal: Ich wünsche mir, die Natur deiner Magie zu verstehen!"

"Namekianische Magie ist namekianische Magie. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Wünsche dir einfach, was du willst. Das ist leicht. Du musst sie nicht verstehen."

"Grrr...", knurrte Buu und verschränkte die Arme.

Dieser Drache begann bereits, seine Geduld auf eine harte Probe zu stellen. Eifersüchtig hütete er offenbar das Geheimnis seiner Magie – anders ließ sich das nicht erklären. Und Buu wusste nicht, wie er mit ihm umgehen sollte. Piccolo Daimao hatte Shenlong einst getötet, also waren Drachen durchaus körperliche, sterbliche Wesen. Dennoch blieben sie magische Geschöpfe.

Bevor er versuchte, dieses verfluchte Reptil mit Gewalt zu zwingen, musste er klüger vorgehen. Der Drache konnte jederzeit verschwinden, bevor Buu bekam, was er wollte.

"Du hast deinen ersten Wunsch bereits ausgesprochen", sagte Polunga. "Ich warte auf den zweiten."

"Wie bitte?", entgegnete Buu und ballte die Fäuste. "Das soll als Wunsch zählen? Du übertreibst, Drache! Was sind das überhaupt für Regeln, an die du gebunden bist? Langsam verliere ich die Geduld! Ich will, dass du mir erklärst, welche Magie es dir ermöglicht, Tote wieder zum Leben zu erwecken!"

"Noch einmal: Ich kann dir diesen Wunsch nicht erfüllen", knurrte Polunga. "Alles, was ich dir sagen kann, ist, dass die Wiederbelebung auf einer Vereinbarung zwischen dem Hüter des Jenseits, der wiederbelebten Person und mir beruht. Doch über die Natur dieser Magie kann ich nicht sprechen. Dir bleibt nur noch ein letzter Wunsch."

Ein Schatten des Zorns legte sich über Buus Gesicht, doch Polunga blieb vollkommen unbeeindruckt.

Diese mystischen Drachen waren letztlich eine echte Plage. Von Wesen, die angeblich die innigsten Wünsche ihrer Beschwörer erfüllten, hatte Buu deutlich mehr Entgegenkommen erwartet. Stattdessen gab der Drache ihm absichtlich nur vage und ausweichende Antworten. Zweifellos betrachtete er diese Fragen tatsächlich als Wünsche, doch den Dschinn stellte das keineswegs zufrieden.


Gerade als Buu endgültig die Beherrschung zu verlieren drohte, kam ihm ein Gedanke.

Wenn dieser Drache ein lebendiges, materielles Wesen war... warum sollte er ihn nicht einfach absorbieren?

Laut lachend verwandelte sich Buu in eine riesige Masse rosafarbenen Schleims, die den gewaltigen Drachen innerhalb weniger Augenblicke vollständig umschloss.

Doch statt sich zusammenzuziehen und in seine ursprüngliche Gestalt zurückzukehren, blieb die Schleimmasse regungslos... bis sie plötzlich in Tausende kleiner Stücke auseinandergerissen wurde.

Buu setzte sich sofort wieder zusammen und starrte verblüfft.

"Es funktioniert nicht? Was bist du überhaupt...?"

"Ich warte auf deinen dritten Wunsch", wiederholte Polunga. "Wenn du keinen mehr hast, werde ich gehen."

Fieberhaft überlegte Buu.

Polunga zu töten wäre das Dümmste, was er tun konnte. Ihn zu absorbieren war offenbar unmöglich.

Also blieb nur noch ein letzter Wunsch.

Und wenn auch dieser scheiterte, würde der Drache für mehrere Monate verschwinden... und die Dragon Balls würden sich wieder verstreuen...

...Nein.

Nicht wirklich.

Die Dragon Balls von Namek verlassen niemals ihren Schöpfer.

Und genau dieser Schöpfer war derjenige, der ihm letztlich alles geben konnte, was er wollte.

Buu drehte sich zu Moori um und schenkte ihm ein verschmitztes Grinsen.

"Drache, mein letzter Wunsch lautet: Ich möchte die Dragon Balls absorbieren können, ohne dass sie ihre Kraft verlieren. Solange ihr Erschaffer am Leben bleibt und sie nicht zurücklässt, dürfte das doch kein Problem sein, oder?"

"Dieser Wunsch ist möglich", antwortete Polunga und bestätigte ihn, indem er Daumen und Zeigefinger zusammenführte. "Er ist leicht zu erfüllen."

Seine roten Augen leuchteten auf, während sich seine magische Kraft entfaltete.

Buu spürte keinerlei Veränderung an seinem Körper.

Das ergab Sinn.

Polungas Magie wirkte auf die Dragon Balls, nicht auf ihn selbst.

War sein Wunsch eindeutig genug formuliert, konnte er diese magischen Artefakte nun absorbieren und nach Belieben untersuchen.

Jetzt musste er nur noch den Oberältesten absorbieren, um selbst zum alleinigen Erschaffer und Besitzer dieser heiligen Kugeln zu werden.


Nachdem Polunga den letzten Wunsch erfüllt hatte, verabschiedete er sich von Buu.

Als der Drache verschwand, klarte der Himmel wieder auf, während die Dragon Balls zu Stein wurden und zu Boden fielen.

Voller Ungeduld angesichts der unzähligen neuen Möglichkeiten wandte sich Buu Moori zu, dessen Augen weit aufgerissen waren und der sich verzweifelt aus seinen Fesseln zu befreien versuchte.

"Vielen Dank für Eure Gastfreundschaft und Eure weisen Ratschläge, Oberältester", sagte der Dschinn und verbeugte sich scheinbar respektvoll. "Ihr seid umsichtig und klug. Ohne Zweifel verdient Ihr einen Platz in meinem großartigen Selbst. Habt keine Angst! Ich werde das Universum nicht ins Chaos stürzen! Ich werde mich ausreichend... mäßigen."

Dann krümmte er seinen Zeigefinger zu sich.

Die Fesseln Moori verwandelten sich augenblicklich in eine gallertartige Masse, die den alten Namekianer umhüllte und zu Buu heranzog.

Im nächsten Moment spürte Buu, wie sein Geist noch stärker wurde. Gleichzeitig eignete er sich einen Teil von Mooris magischem Wissen an.

Begeistert wiederholte er denselben Vorgang mit den Dragon Balls, die ebenfalls in seinem Körper verschwanden.

Er schloss die Augen und erforschte sein Inneres.

Die Kugeln existierten tatsächlich in ihm – allerdings ganz anders, als er erwartet hatte.

Sie lagen nicht in Kokons. Es gab kein geheimes Lager irgendwo in seinem Körper oder irgendeine andere absurde Konstruktion.

Sie waren einfach ein Teil seines Wesens geworden – genau wie Assimilation oder Fusion.

Ohne seine Persönlichkeit zu beeinflussen.

Und ohne jede negative Nebenwirkung.

Er streckte einen Arm aus und schloss langsam die geöffnete Hand.

Schon nach wenigen Augenblicken verstand er den Mechanismus.

Einer der Dragon Balls erschien in seiner Handfläche.

Zufrieden ließ er ihn wieder in seinen Körper zurückkehren, konzentrierte sich auf Icarions Standort und machte sich bereit zurückzukehren.

Auf Namek gab es für ihn nichts mehr zu tun.


Bevor er sich jedoch fortteleportierte, warf er noch einen letzten Blick auf den toten Planeten, den er gerade vollständig von allem Leben gesäubert hatte.

Er hatte Dendes Volk kaltblütig ermordet.

Bei diesem Gedanken zog sich etwas in seiner Brust zusammen.

Er wusste genau, dass Dende ihm diesen Ausbruch niemals verzeihen würde.

Buu spielte die Angelegenheit herunter.

Er hatte den Erdbewohnern schließlich nie etwas versprochen – außer, ihnen selbst keinen Schaden zuzufügen. Der Dschinn war frei, zu tun, was er wollte. Wenn er ganze Völker auslöschen wollte, war das allein seine Angelegenheit.

Oder vielmehr... sein Vergnügen.

Trotzdem missfiel ihm der Gedanke, dass Dende ihn nun möglicherweise ablehnen würde.

Der junge Namekianer hatte ihm so viel geholfen und war ihm stets mit Güte begegnet.

Buu wollte nicht, dass dieser unglückliche Wutanfall seine Beziehung zu Dende und den Erdlingen endgültig zerstörte.

Bei dem Gedanken lächelte er.

In ein paar Monaten konnte er Polunga erneut beschwören und sämtliche Opfer wieder zum Leben erwecken.

Dann würde er sie erneut benutzen können, sobald sie wieder aktiv waren.


Während er sich davon teleportierte, schoss ihm plötzlich ein Gedanke durch den Kopf.

Was wäre, wenn er die Dragon Balls schon früher wieder aktivieren könnte?

Was wäre, wenn er sie gründlich genug erforschte und ihre Kräfte vollständig beherrschte...

...und selbst Tote wieder zum Leben erwecken könnte?

7 Juli

Neuer Comic bei DBM: Spirou und die Dragon Balls

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